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Nachhaltigkeit im Weinbau

In Spanien gibt es immer mehr Weingüter, die ganz bewusst nachhaltig arbeiten und das auch zertifizieren lassen. Was das genau bedeutet und wie sich Nachhaltigkeit im Weinbau ausdrückt, möchten wir hier ein wenig näher erklären.

Veröffentlicht am 23. Juni 2022

Was umfasst nachhaltiges Wirtschaften im Weinbau?

Es ist uns in den letzten Jahren immer drängender bewusst geworden, dass uns nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen. Verbrauchen wir mehr davon, nehmen wir anderen etwas weg. Entweder anderen Menschen oder anderen Tier-, Pflanzen- oder Pilzarten. Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet, den Ressourcenverbrauch einzuschränken und sich bei jedem Aspekt des Wirtschaftens Gedanken darüber zu machen, wie man ihn so optimieren kann, dass man so wenige Ressourcen wie möglich verbraucht und so klimaneutral wie möglich arbeitet. Das umfasst in einem Weingut schon das Anlegen neuer Weinberge, aber auch den Pflanzenschutz, die Bodenbearbeitung und die Weinlese. Es umfasst die Konzeption eines Weinguts, den Wasser- und Energieverbrauch aber auch den Transport, das nachhaltige ökonomische Wirtschaften sowie soziale Aspekte in Bezug auf Mitarbeiter.

Nachhaltigkeit im Weinberg

Der Weinbau ist die Pflege einer Monokultur, die einen hohen Wasserbedarf hat. Monokulturen sind besonders gefährdet gegenüber Krankheiten, weshalb die Weinrebe eines besonderen Schutzes bedarf. Früher wurden Weinberge meist ohne Einbeziehung ihrer Umgebung angelegt. Heute wird versucht, so viele Nutzpflanzen und -tiere wie möglich anzusiedeln, um so für mehr Biodiversität im Weinberg selbst und um die Weingärten herum zu sorgen. Chemischer Pflanzenschutz wird weitestgehend durch ökologischen Pflanzenschutz ersetzt. Weinreben werden möglichst ohne zusätzliche Bewässerung gepflanzt, oder die Bewässerung wird nur in den ersten Jahren eingesetzt, wenn die Reben noch nicht tief wurzeln. Im Idealfall werden Tümpel oder Teiche angelegt, um den eigenen Wasserbedarf zu decken.

Die Weinreben der nachhaltig wirtschafteten Bodegas Vetus von Artevino.

Möglichst klimaneutral im Weingut arbeiten

Wer Wein erzeugt, der muss sich mit dem hohen Wasserbedarf und Energiebedarf auseinandersetzen. Zur Erzeugung eines Liters Wein benötigt man je nach Region 600 bis 1.000 Liter Wasser, die im Weinberg und im Keller benötigt werden. Im Keller kann man nachhaltig wirtschaften, indem man Brauchwasser und Regenwasser auffängt und es wiederverwendet. Der Energiebedarf von Weingütern kann über eigene Solaranlagen und andere Energiegewinnung im Weingut selbst gedeckt werden. Möglicherweise erzeugt man sogar so viel, dass man ein Plus ins öffentliche Netz einspeisen kann, um klimaneutral zu werden und den Energiebedarf bei der Flaschenerzeugung und dem Transport zu decken.

Glas und Alternativen

Glasflaschen besitzen einen hohen CO2-Fußabdruck. Sowohl die Erzeugung ist energieintensiv als auch der Transport. Ein Schritt auf dem Weg zu weniger Ressourcenverbrauch sind Leichtflaschen. Viel besser aber ist die Nutzung einer Bag-in-Box. Diese Verpackungssysteme tun sich auf dem deutschen Markt immer noch sehr schwer, obwohl sie ideal geeignet sind insbesondere für Weine, die nicht über Jahre hinweg gelagert werden. Vor allem in Skandinavien sind die so genannten BiBs längst Standard.

Weinboxen - oder auch Bag-in-Box genannt - sind eine nachhaltigere Alternative zu schweren Glasflaschen.

Nachhaltiges Wirtschaften und faire Löhne

Nachhaltig zu arbeiten heißt auch, wirtschaftlich zu arbeiten, in die Zukunft zu investieren, klug zu investieren und Innovationen voran zu treiben. Es heißt zudem, so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie möglich fest anzustellen und diese sowie die Saisonkräfte fair zu entlohnen, den Mitarbeitern Aus- und Weiterbildungen zu ermöglichen, Frauen und Männer gleich zu entlohnen, familienfreundliche Jobs zu bieten und auch, ins gesellschaftliche Umfeld zu investieren und die Kulturlandschaft zu erhalten.

Nachhaltigkeit und Ökologie

Es ist wichtig zu erwähnen, dass nachhaltiges Wirtschaften den ökologischen Aspekt mit einschließt. Nachhaltiges Wirtschaften kann auf Dauer nur dann funktionieren, wenn die Ökologie ein zentraler Aspekt des Ganzen ist. Aber eine Nachhaltigkeits-Zertifikation ist kein Bio-Label. Viele Betriebe sind heute nachhaltig und bio-zertifiziert. Für andere ist das Nachhaltigkeitslabel der erste Schritt und die Bio-Zertifizierung ein zweiter Schritt.

Finca Villacreces in Ribera del Duero gehört ebenfalls zur nachhaltig arbeitenden Bodegas Artevino.

Fazit

Nachhaltig zu wirtschaften, den Ressourcenverbrauch immer weiter herunterzufahren, ökologisch zu arbeiten und den CO2-Fußabdruck zu neutralisieren, ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Viel zu lange hat man diesen Aspekten unseres Wirtschaftens zu wenig Bedeutung beigemessen. Doch die Auswirkungen des Klimawandels zeigen auch im Weinbau sehr deutlich, dass nachhaltige Arbeit von entscheidender Bedeutung ist. Immer mehr spanischen Weinbaubetriebe tragen dem Rechnung und führen nach und nach neue Standards ein - und das vom handwerklich arbeitenden Familienbetrieb bis zur legendären Familia Torres, dem größten nachhaltig und biologisch zertifizierten Weinbetrieb in Spanien.

Nachhaltigkeit und der Schutz des Klimas betrifft uns alle; die Weinbauern, die Weingenießer sowie die Weinhändler, weshalb wir immer mehr nachhaltig produzierte Weine in unserem Sortiment aufnehmen. Mehr zum Thema Nachhaltigkeit bei VINOS, die Zertifizierungstellen und -kriterien können Sie hier erfahren.