Marqués de Riscal
Marqués de Riscal ist ein traditionsreiches Weingut mit Sitz in Elciego in der Rioja Alavesa in Spanien. Bekannt ist das Haus vor allem für seine charaktervollen Rotweine aus der DOCa Rioja. Darüber hinaus entstehen auch frische, moderne Weißweine – insbesondere aus der DO Rueda sowie aus weiteren spanischen Anbaugebieten.
Geschichte der Bodega Marqués de Riscal
Die Geschichte von Marqués de Riscal reicht bis ins Jahr 1858 zurück, als Camilo Hurtado de Amézaga die Bodega im kleinen Ort Elciego in der Rioja Alavesa gründete. Von Anfang an stand der Anspruch im Mittelpunkt, hochwertige Weine zu erzeugen. Bereits in den 1860er-Jahren holte man mit Jean Pineau einen Berater aus Frankreich ins Haus, der moderne Kellertechniken einführte und damit den Grundstein für langlebige, strukturierte Rotweine legte.
Schon 1862 wurden die ersten Jahrgänge abgefüllt und eingelagert – ein Teil davon ist bis heute in der historischen Flaschenbibliothek erhalten und zeigt eindrucksvoll die Entwicklung der Weine über die Jahrzehnte. Im Laufe des 20. Jahrhunderts etablierten sich vor allem die Reserva und Gran Reserva Weine als feste Größen innerhalb der Rioja.
In den 1970er-Jahren wagte Marqués de Riscal den Schritt nach Rueda und setzte dort früh auf Rebsorten wie Verdejo und Sauvignon Blanc. Damit trug das Weingut maßgeblich zur Entwicklung der heutigen DO Rueda bei, die 1980 offiziell anerkannt wurde – heute eine der wichtigsten Weißweinregionen Spaniens.
Mit der Eröffnung der Ciudad del Vino im Jahr 2006 entwickelte sich das Weingut weiter zu einem modernen Gesamtprojekt rund um Wein, Architektur und Erlebnis. Heute verbindet Marqués de Riscal seine lange Tradition mit einem klaren Blick nach vorn – mit Fokus auf nachhaltigen Weinbau, ausgewählte Lagenprojekte und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des eigenen Stils.
Besonderheiten und Auszeichnungen
Marqués de Riscal verbindet auf besondere Weise Tradition, Innovation und Architektur. Schon früh spielte das Weingut eine wichtige Rolle bei der Einführung moderner Ausbaumethoden in der Rioja. So entstanden Tempranillo-geprägte Rotweine mit großem Reifepotenzial, die durch ihre lange Fass- und Flaschenreife an Tiefe und Komplexität gewinnen. Gleichzeitig war Marqués de Riscal auch in Rueda ein Vorreiter: Mit dem frühen Fokus auf Verdejo trug die Bodega entscheidend dazu bei, die Region als Herkunft frischer, aromatischer Weißweine zu etablieren.
Ein echtes Wahrzeichen ist die Ciudad del Vino in Elciego. Der moderne Gebäudekomplex verbindet Kellerei, Hotel und Gastronomie – und wird von der markanten, wellenförmigen Metallfassade des von Frank Gehry entworfenen Gebäudes geprägt. Daneben steht die historische Flaschenbibliothek, in der alte Jahrgänge in Flaschen lagern und eindrucksvoll zeigen, wie langlebig die Weine des Hauses sind. Alte Tempranillo-Reben bilden dabei die Grundlage für konzentrierte, strukturierte Rotweine, teilweise aus ausgewählten Einzellagen.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzt die Bodega klare Akzente: mit biologisch bewirtschafteten Flächen in Rioja und Rueda, der Pflege und Verjüngung alter Reben sowie einem bewussten Umgang mit Ressourcen im Keller.
Rebsorten der Bodega Marqués de Riscal
Die Rebsorten bei Marqués de Riscal sind klar auf die verschiedenen Weinstile ausgerichtet. Bei den Rotweinen steht Tempranillo im Mittelpunkt – sie prägt die klassischen Reservas und Gran Reservas ebenso wie viele Cuvées des Hauses. Ergänzt wird sie durch Graciano, Mazuelo (Cariñena) und Garnacha, die je nach Zusammenspiel für mehr Frische, Struktur oder Frucht sorgen.
Im Weißweinbereich dominiert Verdejo aus der DO Rueda. Daraus entstehen frische, aromatische Weine mit lebendigem Charakter. Sauvignon Blanc bringt zusätzliche Frische und klare Zitrus- und Kräuternoten ins Spiel. In der Rioja wird außerdem Viura (Macabeo) eingesetzt, meist als Teil einer Cuvée für eher klassische, ausgewogene Weißweine.
Die Roséweine basieren vor allem auf Tempranillo, ergänzt durch Garnacha. Sie zeigen sich fruchtig, leicht und unkompliziert. Insgesamt entsteht so ein vielseitiges Sortiment – von kräftigen Rotweinen bis hin zu frischen Weiß- und Roséweinen, bei denen die Rebsorten klar im Vordergrund stehen.
Region und Ausbau der Weine
Marqués de Riscal ist fest in Spanien verwurzelt und arbeitet mit zwei wichtigen Standorten: in Elciego in der Rioja Alavesa und in der DO Rueda. Die Rioja Alavesa ist eine sanfte Hügellandschaft am Fuß der Sierra de Cantabria. Hier wachsen die Tempranillo-Reben auf kalk- und tonhaltigen Böden mit Kiesanteilen – ideale Voraussetzungen für strukturierte, langlebige Rotweine. Das Zusammenspiel aus atlantischem Einfluss, geschützter Lage und kühleren Höhen sorgt für eine langsame Reife und verleiht den Weinen Frische und Eleganz.
In Rueda, auf der Hochebene entlang des Duero, zeigt sich ein ganz anderes Klima. Heiße Tage und kühle Nächte fördern die Aromatik und Frische der Weißweine aus Verdejo und Sauvignon Blanc. Die meist kargen, kiesigen Böden mit Sand- und Schotteranteilen sorgen für eine gute Drainage und bringen klare, präzise Weine hervor.
Im Keller verbindet Marqués de Riscal moderne Technik mit klassischem Ausbau. Weißweine werden schonend verarbeitet und temperaturkontrolliert vergoren, um ihre Frische zu bewahren. Die Rotweine entstehen traditionell auf der Maische und reifen anschließend in Eichenfässern – häufig aus amerikanischer und französischer Eiche. Gerade bei Reserva und Gran Reserva Weinen sorgt dieser Ausbau für würzige, leicht geröstete Noten und ein gutes Reifepotenzial. Eine zusätzliche Reife in der Flasche rundet die Weine ab und verleiht ihnen noch mehr Tiefe und Komplexität.
Wie schmecken die Weine von Marqués de Riscal?
Die Rotweine verbinden reife Frucht mit Gewürz- und Röstnoten und zeigen eine spürbare, aber gut eingebundene Struktur. Die Weißweine aus Rueda wirken frisch und aromatisch, mit klarer Frucht und lebhafter Säure. Die Rosés sind leicht bis mittelgewichtig und fruchtbetont.
Wie lange kann man die Weine der Bodega Marqués de Riscal lagern?
Frische Weißweine und Rosés zeigen ihren vollen Ausdruck in den ersten Jahren nach der Ernte. Reservas, Gran Reservas und bestimmte Lagenweine aus Rioja sind hingegen auf längere Flaschenreife ausgelegt und können sich über mehrere Jahre positiv entwickeln. Konkrete Lagerempfehlungen hängen immer von Weinlinie und Jahrgang ab.
Welche Rolle spielte Marqués de Riscal bei der Entwicklung der DO Rueda?
Marqués de Riscal war in den 1970er-Jahren einer der ersten Produzenten, der in Rueda auf Verdejo und Sauvignon Blanc setzte. Damit trug die Bodega maßgeblich dazu bei, die Region zu formen. 1980 wurde die DO Rueda offiziell anerkannt – heute gilt sie als eine der bedeutendsten Weißweinregionen Spaniens.
Was ist die Ciudad del Vino und wer hat sie entworfen?
Die Ciudad del Vino ist ein moderner Gebäudekomplex in Elciego, der 2006 eröffnet wurde. Er vereint Kellerei, Hotel und Gastronomie unter einem Dach. Das markante Gebäude mit seiner wellenförmigen Metallfassade wurde vom amerikanischen Stararchitekten Frank Gehry entworfen und ist heute ein Wahrzeichen des Weinguts.
Welche Rebsorten verwendet Marqués de Riscal für seine Rotweine, und wie unterscheiden sie sich in ihrer Wirkung?
Die Basis der Rotweine bildet Tempranillo, die für Struktur und Reifepotenzial steht. Graciano verleiht Frische und Lebendigkeit, Mazuelo (Cariñena) bringt Säure und Gerüst, und Garnacha sorgt für Fruchtfülle. Je nach Cuvée-Zusammensetzung entstehen so unterschiedliche Stilistiken – von klassisch-elegant bis kräftig und konzentriert.
Empfiehl mir: Wann sollte ich einen Marqués de Riscal Reserva gegenüber einem Weißwein aus Rueda wählen?
Den Reserva empfiehlt sich zu kräftigen Gerichten wie Lamm, Rind oder gereiftem Käse – er überzeugt mit Würze, Tiefe und Struktur. Den Rueda-Weißwein wählt man besser zu leichten Speisen wie Meeresfrüchten, Fisch oder frischen Salaten, da er mit Frische, Aromatik und lebhafter Säure punktet.