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40 Jahre Rueda! Was macht die Region so einzigartig?

Entdecken Sie das Weißwein-Eldorado Spaniens und wieso die Region im Nordwesten so brillante, exotische und fruchtige Blancos hervor bringt.

Veröffentlicht am 13. Juli 2020

Natürlich wird in der Region nicht erst seit 40 Jahren Wein erzeugt. Nein, die Weine der Rueda waren schon seit dem 11. Jahrhundert bekannt. Damals war der Wein oft alkoholreich und süß. Er hatte also wenig mit den trockenen, frischen und herb aromatischen Weinen der Gegenwart zu tun. Während der Reblaus-Plage im 19. Jahrhundert, blieb auch die Region nicht verschont. Als die Winzer diese wieder bestockten, wurde vor allem Palomino Fino gepflanzt, die Rebsorte des Jerez-Gebiets, um Süßweine zu erzeugen, die dem Sherry ähnelten. Erst als die aus der Rioja bekannte Bodegas Marqués de Riscal das Gebiet 1972 in Augenschein nahm und sich intensiv mit den Böden, dem Klima und der Rebsorte Verdejo befasste, kam die entscheidende Wende für die Region. Marqués de Riscal gründete eine Bodega und wurde so zur Speerspitze einer Appellation, die es damals noch gar nicht gab. Ja mehr noch: Marqués de Riscal entwickelte einen völlig neuen Weintyp, der richtungsweisend für den Erfolg der Appellation war.

Lesen Sie hier noch mehr über die Alten Zeiten und die Geschichte der D.O.P. Rueda.

Die besonderen Böden der Rueda

Was schon damals faszinierte, war das Zusammenspiel des Klimas der Meseta mit den Böden, die man rund um die Stadt Rueda findet. Am Duero sind sie geprägt von dunkelgrauem wie auch braunem Kalk und Kalkmergel, der die Schwemmlandböden der ehemaligen Flussbetten des Duero durchsetzt. Weiter im Süden sind die Böden sandiger, kiesiger und auch lehmhaltiger. Mit ihrer Nährstoffknappheit sind sie für Weinreben ideal geeignet, da Reben kämpfen müssen, wenn sie gute Qualitäten erbringen sollen. Gleichzeitig verfügen die Böden über hohe Mineralanteile, vor allem Eisen, Kalzium und Magnesium, die wiederum für ausgeprägt lebendige und mineralische Weine sorgen.

Das Klima der Meseta

Charakterstarke Weine entstehen immer bei einem besonderen Zusammenspiel von Böden und Klima. Das Klima der Meseta, jener weit ausgedehnten Hochebene in Castilla y Léon, ist unvergleichlich. Dort sind Temperaturschwankungen von bis zu 50º C innerhalb von 24 Stunden möglich. Diese dramatischen Schwankungen sorgen dafür, dass an den heißen Tagen die Trauben reifen, in den kalten Nächten jedoch die Säure konserviert wird, wobei die Temperaturunterschiede zu einer exzellenten Ausprägung der Aromen führen. Ruedas Klima ist kontinental. Und doch wird es bis zu einem gewissen Grad durch maritime Einflüsse gemildert, die sich vor allem aus der Nähe zum Atlantik ergeben. Gerade die oft starken atlantischen Winde sorgen nämlich dafür, dass die Weinberge gut durchlüftet werden. Ein Einsatz von Herbiziden ist auf den kargen Böden nicht notwendig, die Winde sorgen zudem dafür, dass man Fungizide nicht benötigt. Daher findet man in der Rueda biologischen Weinbau entsprechend häufig.

Verdejo, die Rebsorte der Rueda

Von den rund 13.500 Hektar der Rueda sind heute 13.000 Hektar mit weißen Sorten bepflanzt, davon rund 11.300 Hektar mit Verdejo. Hinzu kommen die weißen Rebsorten Viura (Macabeo), Palomino Fino und Sauvignon Blanc. Aus den weniger als 500 Hektar roter Rebsorten entsteht Tinto in den Abstufungen Joven bis Gran Reserva sowie Rosado und Rosado Espumoso, also Rosé-Schaumwein. Auch wenn die Hektarzahl noch klein erscheint und die Nachbarn Ribera del Duero und Toro dominant sind, steigt doch die Nachfrage nach den Rotweinen aus Tempranillo, Garnacha, Cabernet Sauvignon und Merlot sowie der seit 2019 zugelassenen Sorte Syrah.

Verdejo, der Grünliche, wie der Name übersetzt heißt, passt perfekt zu den Gegebenheiten der Rueda. Mit den Mitteln der kühlen Vergärung, wie sie seit den 1970er Jahren üblich geworden sind, entstehen in der Rueda sehr aromatische Weißweine, die in ihrer Jugend oft an grüne und gelbe Zitrusfrüchte denken lassen, an Kräuter, grüne Mandeln und Lorbeer. Typisch ist die pikante, an Limettenschalen erinnernde Note im Finale, die zusammen mit der frischen Säure für viel Trinkfluss sorgt. Doch Verdejo kann noch viel mehr. Zusammen mit der Viura, die unter dem Namen Macabeo im Penedès für die Cava-Produktion eingesetzt wird, sorgen die beiden Sorten für einen exzellenten Rueda Espumoso. Zusammen bilden sie jedoch auch bei Stillweinen ein kongeniales Doppel und erinnern ein wenig an die Sauvignon-Sémillon-Weine aus Bordeaux. So wie dort werden Verdejo und Viura als frische Cuvées ausgebaut, aber auch als komplexe und reifungsfähige Cuvées mit Barrique-Einsatz. So mancher Winzer erzeugt aus der Verdejotraube noch Weine im klassischen Rueda-Dorado- bzw. Tierra-de-Medina-Stil spät gelesen, restsüß und mit Fülle ausgestattet, sind diese Weine eine Jahrhunderte alte Spezialität der Region.

Fazit

Rueda hat sich vor wenigen Jahrzehnten auf den Weg gemacht, die Welt mit Weißweinen zu erobern. Vorher kannte man Spanien fast ausschließlich als Rotweinland. Rueda und ihren Winzern gebührt die Ehre, dies mit ihren vorzüglichen Weinen, vor allem jenen aus der Sorte Verdejo, grundlegend geändert zu haben. Rueda hat geradezu einen Weißwein-Boom in ganz Spanien ausgelöst. Dabei bleiben die Weine der Rueda wegen ihres einzigartigen Zusammenspiels von Böden, Klima und der Rebsorte Verdejo unverwechselbar.

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