Geschichte Spaniens - Weine, Sherry, Cava, Sekt, Brandy (Wine from Spain) - direkt von Bodegas
Einführung
Die Frühgeschichte Spaniens ist im besonderen
Maße durch die zeitlich aufeinanderfolgenden Einflüsse
verschiedener Völker gekennzeichnet, die sich über die gesamte
Halbinsel ausdehnten. Die aus dem Süden kommenden Iberier, ein
libysches Volk, waren die ersten, denen die Kelten, ein typisch
arischer Volksstamm, folgte. Durch die Vermischung beider bildete
sich ein neuer Volksstamm, die Kelt-Iberier, die, aus diversen
Stämmen (Kantabrier, Asturier und Lusitaner) bestehend, den
jeweiligen Herkunftsgebieten ihren Namen gaben. Von
Bodenschätzen angezogen, kamen zunächst die Phönizier, die
mehrere Handelsniederlassungen entlang der Küste errichteten.
Als wichtigste unter diesen ist Cadiz zu nennen. Später
siedelten sich Griechen an, die unter anderem die Dörfer Rosas,
Ampurias und Sagunto gründeten. Im Kampf gegen die Griechen
zogen die Phönizier die Karthager hinzu, die, unter dem Befehl
von Hamilcar Barca, den Großteil Spaniens schlieblich in Besitz
nahmen. Gleichzeitig erhob Rom territoriale Ansprüche auf die
sich im Grenzstreit befindlichen griechischen Einflußgebiete,
welches den Beginn des 2. Punischen Krieges auslöste und
letztlich über das Schicksal der damaligen Welt entschied. Nach
dem römischen Sieg begann Publius Cornelius Scipio, "der
Afrikaner", die schrittweise Eroberung Spaniens, das in den
folgenden 6 Jahrhunderten unter römischer Herrschaft stehen
sollte.
Einmal vollständig vereinnahmt, wurde die
Halbinsel so intensiv romanisiert, dab sie ebenso berühmte
Schriftsteller, wie Seneca und Lucan, wie auch bedeutende Kaiser,
wie Trajan und Hadrian, hervorbrachte.
Rom hinterlieb vier wesentliche Basiselemente
sozialen Charakters: die lateinische Sprache, das römische
Recht, die Stadtverwaltung und den christlichen Glauben.
Nach dem Untergang des Römischen Reiches fielen
die Sweben, Vandalen und Alanen in Spanien ein, die jedoch von
den Westgoten besiegt wurden, welche bis zum Ende des 6.
Jahrhunderts fast die komplette Halbinsel besetzt hielten.
Zu Beginn des 8. Jahrhunderts marschierten die
Araber vom Süden kommend ein und eroberten zügig das Land. Ein
kleines, im Norden verbliebenes Bollwerk sollte schlieblich
Ausgangspunkt für die Rückeroberung werden, die erst 8
Jahrhunderte später endete. Der Zeitraum maurischen Einflusses
auf das Land läbt sich durch drei Perioden kennzeichnen: die
Emirate (711-756), die Kalifate (756-1031) und die Reinos de
Taifas (kleine unabhängige Königreiche) (1031-1492).
Die Eheschließung zwischen den Katholischen
Königen Isabel von Kastilien und Ferdinand von Aragon im Jahre
1469 ebnete den Weg für den Verbund beider Königreiche. Hieraus
resultierte der zunehmende Erfolg Spaniens. Im Verlauf ihrer
Herrschaft wurde im historischen Jahr 1492 Granada, die letzte
existente arabische Festung innerhalb Spaniens, zurückerobert
und Amerika durch die von der Krone Kastiliens entsandten
Schiffe, die unter dem Kommando Christopher Kolumbus standen,
entdeckt. Die Kanarischen Inseln wurden im Jahre 1495 Teil
spanischen Hoheitsgebietes. Zum Nachteil Frankreichs wurde die
Hegemonie Spaniens im Mittelmeerraum durch die Eroberung von
Neapel manifestiert und Navarra in das Königreich einverleibt.
Sowohl das darauffolgende 16. als auch das 17.
Jahrhundert bezeugten den Aufbau und Höhepunkt des Spanischen
Kaiserreiches. Unter dem Schutz der Österreicher entwickelte
sich das Land zu einer Weltmacht, von der die gesamte
europäische Politik abhängig war.
Der Erbfolgekrieg der spanischen Krone
(1701-1714) markierte das Ende der Habsburger-Dynastie der
Habsburger und die Ankunft der Bourbonen. Der Vertrag von Utrecht
im Jahre 1713 manifestierte die britische Besatzung Gibraltars,
was zu einer bis heute andauernden anachronistischen
Kolonialsituation führte und die einzige, noch immer existente
Zwistigkeit zwischen Spanien und dem Vereinten Königreich
verursachte.
1808 wurde Josef Bonaparte nach der
napoleonischen Invasion auf den spanischen Thron berufen. Der
hartnäckige Widerstand des spanischen Volkes jedoch erreichte
seinen Höhepunkt mit der erneuten Machtübernahme der Bourbonen
in Person von Fernando VII.
Die kurze Herrschaft von Amadeus von Savoy ging
1873 mit seiner Abdankung zu Ende, und die Erste Republik wurde
proklamiert. Ein militärischer Putsch stellte 1875 die Monarchie
jedoch wieder her, und Alfonso XII wurde zum König Spaniens
erklärt. Sein Sohn, Alfonso XIII, folgte ihm 1886 auf den Thron,
dem seine Mutter Königin Maria Cristina von Habsburg bis zu
seiner Krönung 1902 als Regentin zur Seite stand.
Zuvor hatte ein kurzer Krieg mit den USA 1898 zum
Verlust von Kuba, Puerto Rico und den Philippinen geführt, was
zur vollständigen Auflösung des spanischen Reiches in Übersee
führte.
Durch die Kommunalwahlen am 12. April 1931 wurde
deutlich, daß in allen großen Städten Spaniens die Kandidaten,
die die Monarchie unterstützten, schwere Verluste hinnehmen
mußten. Die Anzahl, der auf die Republikaner vereinigten Stimmen
war in Städten wie Madrid und Barcelona enorm. In ländlichen
Bezirken gewann die Monarchie genügend Sitze, um eine Mehrheit
für sich auf nationaler Ebene zu sichern. Allgemein bekannt
jedoch war es, daß die caciques noch immer dermaßen
einflußreich auf dem Land waren, daß eine faire Wahl unmöglich
war. Am Abend des Tages nach den Wahlen versammelten sich riesige
Menschenmassen in den Straßen Madrids. Der engste Vertraute des
Königs riet ihm, die Hauptstadt unverzüglich zu verlassen, um
ein Blutbad zu verhindern. Infolgedessen verließ Alfonso XIII
Spanien und die Zweite Republik wurde am 14. April etabliert.
Während ihrer fünfjährigen Lebensdauer wurde sie von allerlei
politischen, wirtschaftlichen und sozialen Konflikten geplagt,
die die Meinungen unerbittlich in zwei unversöhnliche Lager
teilten. Das Klima wachsender Gewalttätigkeit gipfelte am 18.
Juli 1936 in einem Militärputsch, der sich in einen tragischen 3
Jahre andauernden Bürgerkrieg verwandelte.
Am 1. Oktober 1936 wurde General Franco zum
Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte
ausgerufen. Der spanische Staat begann eine Periode
vierzigjähriger Diktatur, währendderer das politische Leben des
Landes von der Illegalität sämtlicher politischer Parteien mit
Ausnahme der Nationalbewegung gekennzeichnet wurde. Der Tod
Francos 1975 beendete eine Periode spanischer Geschichte und
öffnete mit der Thronbesteigung des aktuellen Königs von
Spanien, Juan Carlos I von Borbon und Borbon, den Weg zur
Wiederherstellung der Monarchie.
Schon bald etablierte sich der junge Monarch als
entschlossener Motor im Übergang zu einer Demokratie westlichen
Stils mittels eines Prozesses politischer Reformen, die als
Ausgangspunkt die francoistische Rechtsstruktur beinhalten.
Aldolfo Suarez, der Premierminister der zweiten
Monarchen-Regierung (Juli 1976), führte den sogenannten
Übergang zur Demokratie mit Entschlossenheit und Geschick aus,
wobei ihn ein breiter, innerhalb der Gesellschaft vorherrschender
Konsens sicherlich unterstützte. Nach mehreren Etappen
(Anerkennung von Grundrechten, politischen Parteien
einschließlich der Kommunischten Partei, Gewerkschaften, einer
Amnestie für politische Vergehen, u.s.w.) erreichte der
Übergang seinen Höhepunkt mit den ersten seit in 41 Jahren
abgehaltenen Parlamentswahlen am 15. Juni 1977. Der daraus
hervorgegange Cortes entschloß sich zu einem konstituierenden
Prozeß, der mit der Annahme einer durch Universalstimmrecht
ratifizierten neuen Verfassung am 6. Dezember 1978 beendet wurde.
Zwischen 1980 und 1982 verabschiedeten die
Regionen von Katalonien Baskenland Galizien und Andalusien
Gesetze für die Regierungen ihrer autonomen Gebiete und wählten
die jeweiligen Parlamente. Im Januar 1981 trat der
Premierminister, Aldolfo Suarez, zurück und wurde durch die
Amtsübernahme von Leopoldo Calvo-Sotelo abgelöst.
Am 27. August 1982 überreichte Calvo-Sotelo dem
König ein Dekret über die Auflösung des Parlaments und den
Aufruf zu Allgemeinwahlen am 28. Oktober.
Wahlsieger an den Urnen war die Spanische
Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) und ihr Generalsekretär,
Felipe Gonzalez. Die Sozialisten bekamen 202 der 350 Sitze des
Unterhauses und annähernd 48% der abgegebenen Stimmen. Felipe
Gonzalez wurde nach der Parlamentswahl der Investitur zum
Premierminister (am 2. Dezember) ernannt. Die Hauptverlierer
waren die Spanische Kommunistische Partei (PCE) und die Union des
demokratischen Zentrums, die sich infolge der Abtrünnigkeit
einiger ihrer Mietglieder auflöste. Die Volksallianz, deren
Vorsitzender Manual Fraga war, konnte beachtliche Gewinne (106
Sitze und etwa 26% der Stimmen) verzeichnen. Die darauffolgenden
Allgemeinwahlen von 1986, 1989 und 1993 gewannen die Spanische
Sozialistische Arbeiterpartei und konsolidierte die Situation der
unter José Maria Aznar geführten Volkspartei, zur
zweitgrößten politischen Macht des Landes.
(Ende der Einführung)
Erste Menschliche Siedlungen
25.000 bis 10.000 v.Ch.: Die Höhlengemälde von
Pinal, Pena de Candamo, El Pendal, Pasiega, Ribadesella und
Altamira begründen die Existenz einer hohen Kultur in der Zeit
von Magdalenien.
1.100 v.Ch.: Die Phönizier gründen Kadiz
(Cádiz), Baria Adra, Almunecar und Malaga.
1.000 v.Ch.: Zivilisation der Tartessians. Die
ersten Kelten kommen von der anderen Seite der Pyranäen.
7. Jahrhundert v.Ch.: Die Griechen gründen
Hemerosopion und Manake.
6. Jahrhundert v.Ch.: Emporio (Ampurias) und
Rhodaes (Rosas) werden gegründet.
237 v.Ch.: Hamilcar läßt sich im Süden und
Südosten nieder und gründet Akra Leuke (Alicante). Hasdruba
gründet Cartago Nova (Cartagena).
218 v. Ch.: Hamilcar nimmt Saguntum (Punischer
Krieg) ein. Die Kartager besetzen Italien. Scipio landet in
Spanien und erobert Hasdrubal in Tarraco (Tarragona), Illipa
(Alcala del Rio) und Gadir. Rome annektiert das Land und teilt es
in zwei Provinzen auf: Hispanis Citerior und Hispanis Ulterior.
Römische Anwesenheit
Die römische Anwesenheit auf der Halbinsel
folgte dem Weg der griechischen Händler; sie begann jedoch mit
einem Streit über die Kontrolle der westlichen Mittelmeeres
zwischen dem großen Reich und Kartago während des 2.
Jahrhunderts v.Ch. Jedenfalls geschah es zu der Zeit, als die
Halbinsel in den damaligen politischen Kreis eintreten wollte:
Von dem Moment an, wurde sie wegen ihrer einmaligen
geographischen Lage zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer,
sowie der Landwirtschaft und den Mineralvorkommen im südlichen
Teil des Landes zu einem begehrten strategischen Objekt.
Die römische Eroberung der Halbinsel währte von
218 bis 19 v.Ch. Bedeutende Daten sind:
209 v.Ch.: Der Niedergang von Hanibals Armee in
Italien und der Beginn der großen römischen Eroberung Spaniens.
Rom annektiert das Land und teilt es in zwei Provinzen auf:
Hispania Citerior und Hispania Ulterior.
143 bis 139 v.Ch.: Viriatus und die Lusitaner
kämpfen gegen die römische Legionen.
133 v. Ch.: Die Einwohner Numancias ziehen es
vor, in den Flammen ihrer Stadt zu sterben, als sich Scipio
Aemilianus auszuliefern.
27 v.Ch.: Die Römer befrieden die Halbinsel
endgültig und teilen sie in drei Provinzen auf: Tarraconense,
Baetica und Lusitania. Die römische Anwesenheit in Hispania
dauerte sieben Jahrhunderte, und in dieser Zeit formten die
Hauptgrenzen der Halbinsel in bezug zu anderen europäischen
Ländern. Die Römer hinterließen nicht nur eine
Staatsverwaltung sondern, auch ihre Kultur und ihr Sozialwesen
wie z.B. die Institution "Familie", ihre Sprache,
Religion, Gesetze und eine Stadtverwaltung; eine Umwandlung, die
die Halbinsel endgültig in eine griechisch-lateinische und
später in die jüdisch-christliche Welt eingegliederte.
98 n. Ch.: Beginn der Herrschaft von Trajan, dem
ersten römischen Kaiser spanischer Herkunft.
264 n. Ch.: Franken und Sweben dringen in das
Land ein und besetzen vorübergehend Tarrragona.
411 n. Ch.: Die barbarischen Stämme
unterzeichnen ein Bündnis mit Rom, welches ihnen ermöglicht,
Militärkolonien im Reich zu etablieren.
568-586 n. Ch.: Der westgotische König Leovigild
weist die kaiserlichen Zivildiener aus und versucht, die
Halbinsel zu vereinen. Das Ende des Römischen Reiches in
Spanien.
Westgotisches Königreich
Im 5. Jahrhundert n.Chr. waren die Westgoten fast
romanisiert und sie bezeichneten sich selbst als die Erben der
entschwundenen kaiserlichen Macht. Etwa in der Mitte dieses
Jahrhunderts zwang sie ein dreifacher Druck ( Sweben im Galicien,
d.h. im Westen, Massen der Kantabrier im Norden und die
Byzantiner im Süden) dazu, ihre Hauptstadt in Toledo, im Zentrum
der Halbinsel zu errichten.
Diese Entscheidung hatte Folgen von großer
Bedeutung. In erster Linie wurde anstelle einer Ost-West
Unterteilung der Halbinsel, Drehpunkt zwischen Lissabon und
Karthago, eine Nord-Süd Unterteilung von Kantabrien zur Straße
von Gibraltar geschaffen.
In zweiter Linie war sie bedeutend, weil sie ein
erstes Streben nach Einheit auf der Halbinsel unabhängig vom
restlichen Kaiserreich darstellte. Darum betrachtete man die
Westgoten fast bis zum heutigen Tag als Gründer des ersten
Königreichs der Halbinsel. Außerdem würde dieses Königreich
jeder beliebigen Macht immer wieder als legimitime Quelle dienen,
bei dem Versuch, Hispania zu vereinen. Letztendlich betrachtete
man die Pyrenäen und Gibraltar nicht mehr als einfache
Umschlagplätze oder Stationen einer größeren kaiserlichen
Route, sondern als Grenzen eines Staates, die verteidigt werden
mußten.
Die Westgoten verteidigten sich erfolgreich gegen
die Sweben in Galicien und bezwangen sie im 6. Jahrhundert n.Chr.
Dagegen leisteten im Norden die Basken, Kantabrier und Asturier
erfolgreicheren Widerstand gegen den westgotischen Angriff als
früher gegen die Römer, und waren fast so geschickt wie bei
ihrer späteren Begegnung mit den Mauren. Die Betica stellte vom
6. bis 11. Jahrhundert eine Ausnahme in Westeuropa dar.
Angesichts der zunehmenden Zersplitterung und
Fremdenfeindlichkeit auf dem Kontinent Europas bewahrten sie ihre
engsten kulturellen und auch Handelsbeziehungen im
Mittelmeerraum, anfänglich mit dem östlichen Römischen Reich
und mit Byzantium und schließlich mit dem moslemischen Kalifat.
Bedeutende Daten dieses Zeitraums sind:
587: Recared, Leovigilds Erbe, wird zum
Katholizismus bekehrt und beseitigt die Hindernisse zwischen
Goten und Hispano-Römern.
633: Die 4. Synode von Toledo beansprucht das
Recht, gewählte Könige im Amt zu bestätigen.
711: Die moslemischen Truppen überqueren die
Straße von Gibraltar und besiegen den Westgotenkönig Rodrigo in
der Schlacht von Guadalete.
712: Muza ben-Nosair beendet die moslemische
Eroberung. Ende der Westgoten Zeit.
Moslemisches Spanien
Falls Sie von Kaptitel 6 hier einsteigen, weil
Sie Probleme hatten, die Geschichte Andalusiens zu verstehen,
seien Sie willkommen!
Wenn Sie Neueinsteiger sind, seien Sie ebenfalls
willkommen, und Sie werden sehen, wie interessant das Thema über
das moslemische Spanien ist!
Die Familie Witzia, eine adlige Familie, leitete
zum Beginn des 8. Jahrhunderts den Niedergang des Westgotenreichs
ein, indem sie Moslems und Berberkämpfer von der anderen Seite
der Straße von Gibraltar um Hilfe baten, um den Thronräuber zu
bekämpfen. In der Tat ermöglichte der Zerfall des westgotischen
Staatsapparats den Moslems vereinzelte Abkommen mit einer
teilweise unabhängigen Aristokratie, die gegen die Kröne war.
Bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts hatte die
Moslems ihre Besatzung beendet und Umayyad Prinz Abd al-Rahman,
der von der Abassid-Schlacht im Jahre 750 n. Chr. geflüchtet
war, fand Zuflucht bei den Berbern. Zuletzt gelang es ihm 755 mit
der Unterstützung eines der moslemischen Stämme der Halbinsel,
der Yemenies, den Abbasid-Gouverneur von Al-Andalus zu besiegen
und sich selbst in Cordoba und unabhängig von Damaskus, zum Emir
ernennen zu lassen. Im ersten Drittel des 10. Jahrhunderts
stellte einer der spanischen Umayyads das Emirat von Al-Andalus
wieder her, erweiterte es, und wurde dann der erste spanische
Kalif Spaniens.
Die Rückeroberung
718: Pelayo, ein westgotischer Adliger, der zum
König ernannt wurde, besiegt die moslemische Armee in Alcama in
der Nähe von Covadonga. So begann die christliche Rückeroberung
Spaniens.
750: Die Christen besetzen unter Alfons I.
Galicien, welches von revoltierenden Berbertruppen im Stich
gelassen worden war.
778: Die Armee Charlemagnes erleidet die
Niederlage von Roncesvalles durch die Vasconen. Tod von Roland.
791 bis 842: Alfonso II. besiegt mehrere
Festungen und besiedelt die Region südlich des Dueroflußes.
873 bis 898: Wilfried der Haarige, Graf von
Barcelona, errichtet ein christliches Königreich, welches zu
einem gewissen Grad unabhängig von den fränkischen Königen
ist.
905 bis 926: Sancho I. Garces gründet ein
baskisches Königreich, dessen Zentrum Navarra ist.
930 bis 950: Ramiro II., König von Leon, besiegt
Abd al-Rahman III. bei Simancas, Osma und Talavera.
950 bis 951: Graf Fernan Gonzalez legt den
Grundstein für die Unabhängigkeit Kastilien.
981: Ramiro III wird von Almansur bei Rueda
besiegt und gezwungen, einen Tribut an den Kalifen von Cordoba zu
zahlen.
999 bis 1018: Alfons V. Leon stellt seine
Königreiche wieder her.
1000 bis 1033: Sancho III. von Navarra bezwingt
die Grafschaften von Aragon, Sobrarbe und Ribagorza, nimmt die
Grafschaft von Kastilien in Besitz und trifft ein Abkommen mit
Bermudo III. von Leon mit der Idee, ihm seine Herrschaftsgebiete
zu entziehen und sich selbst zum Kaiser zu ernennen. Bei seinem
Tod überläßt er jedoch Navarra seinem Sohn Garcia III.,
Kastilien Fernando I., und Aragon, Sobrarbe und Ribagorza Ramiro
I.
1035 bis 1063: Fernando I. besiegt Coimbra und
verpflichtet die Moslems von Toledo, Sevilla und Badajoz, ihm
einen Tribut zu zahlen. Vor seinem Tod teilt er seine Territorien
zwischen seinen zwei Söhnen auf: Kastilien geht an Sancho II.
und Leon an Alfonso VI.
1065 bis 1109: Alfonso VI. vereint unter seiner
Herrschaft die zwei Königreiche und nimmt Toledo in Besitz .
1086: Der Vormarsch der Christen zwingt die
moslemischen Könige von Granada, Sevilla und Badajoz, die
Almoravides um Hilfe zu bitten.
1102: Die Anhänger des Cid verlassen Valencia
und die afrikanische Moslems besetzen die Halbinsel bis Zaragoza.
1118: Alfonso I. von Aragon besiegt Zaragoza.
1135: Alfonso VII. von Leon stellt das Ansehen
der Leoner Monarchie wieder her und wird zum Kaiser ernannt.
1151: Die Almohades, eine andere afrikanische
Dynastie, welche die Almoravides vertrieben haben, nehmen Almaria
erneut ein.
1162: Alfonso II., Sohn von Petronila und Ramon
Berenguer IV., vereint in seiner Person das Königreich von
Aragon und die Grafschaft von Barcelona.
1195: Die Almohades besiegen die Kastilenen bei
Alarcos.
1212: Höhepunkt der Rückeroberung. Alfonso
VIII. von Kastilien ist mit der Unterstützung von Sancho VIII.
von Navarra, Pedro II. von Aragon und einigen Truppen aus
Portugal und Leon in der Schlacht von Las Navas de Tolosa
erfolgreich.
1229: Jaime I. von Aragon, der Eroberer, erobert
Mallorca zurück.
1230: Alfonso IX. von Leon kämpft sich entlang
der Guadianaflusses durch, bezwingt Merida und Badajoz und macht
den Weg für die Eroberung Sevillas frei.
1217-1252: Fernando III, König von Kastilien und
Leon, besiegt Cordoba, Murcia, Jaen und Sevilla. Nur Granada
verbleibt als unabhängiges moslemisches Königreich.
1252-1284: Alfonso X. der Weise führt die
Rückeroberung fort und wird gezwungen, mit den Aufständen der
Mudejars in Andalusien und Murcia fertigzuwerden. Er
will 1257 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ernannt
werden. Alfonso X. entwirft das Fuero de las Leyes,
der Vorläufer der Siete Partidas.
1284: Eine Versammlung von Adligen, Prälaten und
Bürger entthronen Alfonso X. und übergeben seinem Sohn Sancho
IV. die Macht.
1309: Fernando IV nimmt Gibraltar ein.
1312-1350: Alfonso XI bekämpft das Königreich
von Granada 25 Jahre lang und 1340 gewinnt er die Schlacht von
Rio Salado.
1369: Pedro I., der Schreckliche, wird in Montiel
von seinem Halbbruder Enrique de Trastamara ermordet, der danach
als Enrique II. regiert.
1385: Die Portugiesen schlagen die Kastilenen in
Aljubarrota.
1464: Enrique IV. von Kastilien ernennt als
Thronfolgerin seine Schwester, die künftige Isabel I., genannt
die Katholische, zur Thronfolgerin und enterbt seine Tochter
Juana, die den Spitznamen La Beltraneja hat.
1469: Isabel I. von Kastilien und Ferdinand II.
von Aragon heiraten, was die Einheit Spaniens vollendet.
1492: Indem sie die Rivalitäten zwischen den
letzten moslemischen Gouverneuren Spaniens ausnutzen, beenden die
Katholischen Könige Isabel und Ferdinand die Rückeroberung mit
dem Sieg in Granada am 2. Januar. Entdeckung Amerikas am 12.
Oktober.
Die Katholische Könige
1474-1516: Die herausragendsten Ereignisse
während der Herrschaft von Isabel und Ferdinand waren :
Die Eroberung Granadas am 2. Januar 1492,
welche die christliche Rückerorberung gegen die Moslems
in Spanien bedeutete.
Die Entdeckung Amerikas am 12. Oktober
1492 durch Christopher Columbus.
Die Einführung der Inquisition; der
Gerichtshof hatte nicht nur religiöse Bedeutung, sondern
war auch ein legitimes Mittel der königlichen Macht, die
Autorität des Staates zu stärken. Die Einheit Spaniens
war nach der Hochzeit der königlichen Monarchen 1464
möglich.
Die Vertreibung der Juden. Die Suche nach
Einheit endete nicht mit dem militärischen Akt von 1492,
sondern wurde durch Verfolgung von religiös
Andersdenkenden mit dem Ziel kultureller Gleichheit
fortgesetzt. Im Jahr der endgültigen Rückeroberung
erlangte die Vertreibung der Juden, welche eine Bekehrung
ablehnten, und die darauffolgende Vertreibung der Moslems
ihren Höhepunkt.
Die Versöhnung der Königreiche. Man
versuchte den Staatsapparat und die königliche
Autorität zu stärken und um dies zu erreichen, benutzte
man die bereits bestehende juristische Einrichtungen
sowie die Verwaltung. Die spanische Monarchie erschien so
als einer der ersten modernen Staaten im Europa der
Renaissance.
Eine internationale Politik durch
eheliche Verbindungen um die spanische Macht zu stärken.
Die spanische Monarchie führte eine Auslandspolitik, die
durch die Gründung eines Dauerstaates beeinflußt wurde,
welchem Beamte und Diplomaten nach einem, zugleich
flexiblen wie auch bündigen Einheitskonzept dienten.
Die Entdeckung Amerikas
Eines des herrausragendsten Ereignisse während
der Herrschaft der katholischen Könige war der am 12. Oktober
1492: die Entdeckung Amerikas durch Christopher Columbus.
Die Tatsache, daß Christopher Columbus, der kein
Spanier war, sich an einen fremden Hof wandte, um seine Dienste
anzubieten, beweist, daß die Entdeckung Amerikas nicht zufällig
war.
Portugal und Kastilien (Spanien) waren bei der
Erforschung überseeischer Handelsrouten weit vorgestoßen, und
Sevilla, eine vermögende und bekannte spanische Stadt, war zu
der Zeit ein wichtiges Handelszentrum. Man weiß, daß die
afrikanischen Routen zu Gunsten Portugals Kastilien verschlossen
blieben. In dem Vertrag von Alcacoba (1479) verzichtete Alfonso
V. von Portugal auf seine Forderungen an Kastilien und erkannte
die Rechte Kastiliens über die Kanarischen Inseln an, während
Kastilien die Rechte Portugals über die Azoren, Cap Verde und
Madeira anerkannte.
Die Kanarischen Inseln waren ein ausgezeichneter
Startort für vielseitige Routen. Diese bot Christopher Columbus
einem Staat an, der sie benötigte und der gleichfalls an diese
Art von Unternehmen gewohnt und somit darauf vorbereitet war. Das
vereinigte Spanien besaß 1492 eine starke Kriegsmaschinerie,
eine stabile Wirtschaft, einen guten Ruf nach außen,
Marineerfahrung, welche die Erforschung von Handelswegen
einschloß, und ein bemerkenswertes wissenschaftlich-technisches
Potential. Außerdem Mathematiker, Geografen, Astronomen und
Schiffsbauer, die aus dem Gemisch drei verschiedener Kulturen
(Juden, Moslems und Christen) hervorgekommen waren. Der einzige
Rivale war ihr Nachbar Portugal, der, wie wir wissen, eine
Ausdehnung Spaniens in Afrika verhinderte.
Columbus Angebot wurde trotz seiner
ersichtlichen Fehler schnell akzeptiert. Doch während seiner
Reise nach Asien stieß seine Flotte unerwarteterweise auf den
amerikanischen Kontinent.
Die Spanier waren aufgrund ihrer Vorgeschichte
besonders gut darauf vorbereitet zu erobern, zu besetzen, zu
bevölkern, neues Land zu erforschen und sich in fremde Länder
zu integrieren..
Der Aufstieg und Untergang des
Spanischen Reiches
1516: Beim Tod von Ferdinand von Aragon wird die
spanische Krone auf Karl I. von Spanien (Karl V. von Deutschland)
übertragen, der die Königreiche Kastilien und Aragon sowie die
italienischen und europäischen Herrschaftsgebiete der Habsburger
unter einem Zepter vereint.
1519: Karl wird als Kaiser des Heiligen
Römischen Reiches gekrönt (28. Juni). Danach wird Spanien in
endlose Kriege verwickelt: Der Monarch greift das Osmanische
Reich an, nimmt François I. von Frankreich als Geisel und
versucht das schwierige Problem der Reformation zu lösen.
1556: Karl dankt ab und tritt in das Kloster von
Yuste ein in welchem er zwei Jahr später stirbt. Seine
Herrschaftsgebiete werden zwischen seinem Sohn Philip II. und
seinem jüngeren Bruder Ferdinand I. aufgeteilt. Der Großteil
des Reiches bleibt in den Händen des spanischen Zweigs des
österreichischen Hauses.
1571: Don Juan von Österreich, der Halbbruder
von Philip II., besiegt die Türken in der Seeschlacht von
Lepanto.
1588: Desaster der unschlagbaren Armada gegen
England. Der Untergang Spaniens wird immer offensichtlicher.
1700: Mit dem Tod von Karl II. endet die
Habsburger Dynastie und der spanische Erbfolgekrieg begann, woran
Frankreich, England und Österreich beteiligt waren.
1714: Der Krieg geht zu Ende. Frankreich drängte
Philip von Anjou (Philip V.), den Enkelsohn Louis XIV. auf den
spanischen Thron. Spanien verliert Belgien, Luxemburg, Mailand,
Neapel, Sardinia, Minorca and Gibraltar.
Die Bourbonen und die
Erweiterung
Carlos II., der letzte der spanischen Habsburger,
hinterließ keine direkten Nachkommen, aber er ernannte einen
Sohn seiner Schwester Maria Theresa und Louis XIV von Frankreich,
Felipe von Anjou, zum Nachfolger. Zum König von Spanien und den
Westindischen Inseln gekrönt, war Felipe V der erste spanische
Bourbonenkönig, der mit seiner Herrschaft die Erweiterung
Spaniens einleitete; eine Zeit der harmonischen
Außenbeziehungen, Reformen und der inneren Entwicklung.
Die Herrschaft von Felipe V. kann in drei Phasen
unterteilt werden: zuerst die Vormundschaft durch Frankreich,
danach Unabhängigkeit und zum Schluß die Phase des
Gleichgewichts zu der großen Nachbarnation.
1759-1788 Während der Herrschaft von Karl III.
hielt der politische Kurs des Premierministers, Floridablanca,
Spanien aus Problemen heraus, obwohl es vorsichtig in den
amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eingriffen. Karl III.
führte eine tiefgreifende Umformung des Landes durch, er
erneuerte die Landwirtschaft und führte die neuesten
Städtekonzepte aus seiner Heimatstadt Neapel ein. Es war zu der
Zeit, als Madrid, eine unbedeutete Stadt in La Mancha, in eine
moderne Stadt umgeformt wurde, versehen mit eleganten Gebäuden,
die denen Paris, Mailands oder Neapels ebenbürtig waren.
Sie wurde mit fließenden Wasser, einem Abwassersystem, einer
Straßenbeleuchtung und einem Hof von großer Eleganz und Pracht
ausgestattet.
Obwohl ein beträchtlicher Widerstand seitens des
gewöhnlichen Volkes gegen diese Einführungen bestand, waren die
Intellektuellen für die Erweiterung und Diderots Enzyklopädie
empfänglich. Spanien begann Architekten, Ingenieure, Geografen
und Naturkundler hervorzubringen. Später, als die demokratischen
Ideen der Französischen Revolution Spanien zu erreichen
begannen, konnten sie die herrschende und politische Bevölkerung
nicht überzeugen.
Nach einer kurzen Zeit erzwungener Verbindung mit
Frankreich, welche in einer franco-spanischen Flotte bei
Trafalgar zur Verteidigung gegen die Briten gipfelte, fielen
Napoleons Truppen in Spanien ein. Der folgende sechsjährige
Krieg auf der Halbinsel, in Spanien als Unabhängigkeitskreig
bekannt, in dem Guerillataktiken angewandt sowie eine Politik der
Zerstörung gemacht wurde, versetzte der spanischen Wirtschaft
den Todesstoß.
Der Krieg der Halbinsel und
die Verfassung von 1812
1808-1813: Das spanische Volk erhebt sich gegen
die französische Herrschaft (2. Mai 1808) und mit englischer
Hilfe wird Napoleon geschlagen. Der Krieg der Halbinsel
(Unabhängigkeitskrieg) war ein Schlüsselfaktor bei der
Kristallisierung der spanischen Nationalität.
1808: Die instabile alte Ordnung, welche der
Invasion die Türen geöffnet hatte, fiel zeitgleich mit einer
Krise der Dynastie, die das enorme Prestige der tausendjährigen
Krone ernsthaft gefährdete. Ferdnando, der Prinz von Asturien
und Thronfolger, führte Intrigen gegen Godoy, den
Premierminister, der öffentlich angeklagt war, der Liebhaber der
Königin zu sein und der für alle Mißstände dieser turbulenten
Zeit verantwortlich gemacht wurde. Im März 1808 trat Godoy
zurück und Carlos IV. dankte zu Gunsten seines Sohnes ab, aber
der Monarchie war irreparabler Schaden zugefügt worden.
Napoleon, der die Herrschaft Fernandos VII. nicht
anerkannt hatte, beschloß, die spanische Dynastiekrise
auszunutzen und Bourbons durch Bonapartes zu ersetzen. Um dies zu
erreichen, ließ er die spanische Königsfamilie nach Bayonne
kommen und zwang Fernando VII. zu Gunsten seines Vaters
abzudanken, der wiederum zu Gunsten von Joseph Bonaparte
abdankte. Es war eine Zeremonie, bei der alle Formalitäten
eingehalten wurden und die von allen öffentlichen Einrichtungen
und hohen Persönlichkeiten des Königreichs festgehalten wurde.
Die Bonapartes versuchten, das politische Regime mit dem
"Gesetz von Bayonne", welches für den 8. Juli 1808
geplant war, zu vereinen. Obwohl dieses Dokument historisch
gesehen sehr wichtig ist, hat es weder juristisch noch praktische
Bedeutung, weil es niemals in Kraft trat. Jedoch war es der erste
Verfassungstext, der in Spanien erschien.
Die durch dieses Gesetz eingeführten Reformen
konnten von Joseph Bonaparte nicht durchgeführt werden, ohne
daß ein Großteil der Spanier sie ebenso ablehnte wie die neue
Monarchie, die man als illegal und als Produkt eines Verrats
ansah.
Das Ergebnis war ein Generalaufstand, der am 2.
Mai begann, und der von Goya in seinen Gemälden verewigt wurde.
Der spanische Krieg, wie man ihn in Frankreich
nannte, dauerte sechs Jahre. Die Spanier nannten ihn den
Unabhängigkeitskrieg, ein nationaler Krieg, der allumfassend
war.
1810: Aber wenn der Krieg der Halbinsel als ein
Meilenstein in der Geschichte der Revolutionen gelten soll, muß
man ebenso die Gründung von Verwaltungs- und juristischen
Einrichtungen hervorzuheben, andere Mittel, mit denen sich das
Land gegen die Eindringlinge verteidigen konnte. Die
Eröffnungssitzung der neuen Cortes wurde am 24. September 1810
abgehalten. Die folgenden Grundprinzipien wurden beschlossen: die
Staatsgewalt geht vom Volke aus; die Legitimation Fernando VII.
als König von Spanien und die Unverletzlichkeit der
Abgeordneten. Die Cortes von Cadiz arbeiteten sehr intensiv und
der erste spanische Verfassungstext wurde am 12. März 1812 in
Cadiz verkündet.
1812: Dies war der Anfang der spanischen
Verfassung. Seitdem hatte Spanien sieben Verfassungen, inklusive
der seit 1978 gültigen. Das Gesetz von Bayonne, von Joseph I.
1808 gebilligt, wird nicht dabei berücksichtigt, da viele
Autoren es nicht als Verfassung im eigentlichen Sinne ansehen,
sondern als ein Ergebnis des Einmarsches Napoleons.
Das 19. Jahrhundert
Als die spanischen Diplomaten 1814 dem Kongress
in Wien beiwohnten, repräsentierten sie einen siegesreichen
Staat, aber eine ruinierte und gespaltene Nation. Die starke
Krise in Spanien hatte das spanische Imperium in Amerika
ernsthaft geschwächt, weil viele der amerikanischen Kolonien in
den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts ihre Unabhängigkeit
forderten.
Die Geschichte des restlichen 19. Jarhunderts war
von dem Dynastiedilemma beherrscht, welches durch den Tod
Ferdinands VII., der keinen männlichen Erben hatte,
hervorgerufen wurde. Seine Tochter übernahm den Thron als Isabel
II., aber ihr Onkel, der legendäre Don Carlos, widersetzte sich
diesem Anspruch, und rief so den ersten von zwei Karlistenkriegen
hervor. Diese betrafen besonders Navarra, das Baskenland und
El Maestrazgo, die Region, die Castellon, Tarragona
und Teruel überspannt.
Bedeutende Daten des 19. Jahrhunderts sind:
1808-1813: Das spanische Volk erhebt sich gegen
die französische Herrschaft (2. Mai 1808) und mit englischer
Hilfe wird Napoleon geschlagen.
1814-1833: Während der Herrschaft Ferdinand VII.
gewannen die spanischen Kolonien in Amerika, außer Kuba und
Puerto Rico, ihre Unabhängigkeit zurück.
1833-1868: Der Tod von Ferdinand VII. und die
Machtübernahme von Isabel II. verursachen den ersten
Karlistenkrieg, da das Salische Gesetz abgeschafft wird.
1841-1843: General Espertero wird zum Regenten
des Königreichs ernannt.
1843: General Narvaez setzt General Esperto ab.
1854: Leopold ODonnell erhebt sich gegen
Narvaez und löst ihn als Premierminister ab.
1868: Die Revolution, die Isabel II. zu Fall
bringt, wird von den Generälen Serrano und Prim angeführt.
1870: Amadeus von Savoy, Herzog von Aosta, wird
zum König von Spanien erklärt. General Prim wird ermordet.
1873: Amadeus I. dankt ab und die
"Cortes" rufen die Republik aus.
1873-1874: Die 1. Republik Diese Republik
muß sich mit dem Krieg in Kub, dem 3. Karlistenkrieg und den
aufständischen 'Kantonen' im Süden und Südosten des Landes
befassen. Nach den Präsidentschaften von Figuras, Pi y Margal,
Salmeron und Castelar, löst die Bekanntmachung von General Pavia
die "Cortes" auf und unterstützt die Regierung unter
General Serrano.
1874: Die Rückgabe: General Martinez Campos
erhebt sich in Sagunto und erklärt die Rückkehr der Bourbonen
unter Alfons XII.
1876: Die Vernichtung des Karlismus und der
Frieden von El Zanjon, welche einen zehnjährigen
Krieg in Kuba beendet und es ermöglicht, eine stabile Regierung
aufzustellen.
1885-1886: Alfons XII. stirbt und Nachfolger ist
sein bereits verstorbener Sohn, Alfons XIII.. Seine Mutter, Maria
Christina von Habsburg und Lorena, regiert an der Stelle ihres
Sohnes.
1895: In Kuba bricht der Unabhängigkeitskrieg
aus.
1898: Der Krieg mit den USA setzt der
verbliebenen spanischen Kolonialmacht ein Ende: Kuba, Puerto Rico
und die Philippinen werden den Siegern übergeben.
Der Verlust der Kolonien
1898: 1898 verlor Spanien seine letzten
überseeischen Kolonien (Kuba, Puerto Rico und die Philippinen),
verhängte aber ein Protektorat über Marokko als neuem
Protektorat, was sich als neue Spannungsquelle erwies. Die heikle
wirtschaftliche und soziale Situation des Staates äußerte sich
durch innere Spannungen, mit Aufständen der Anarchisten in
verschiedenen Regionen und Straßenkämpfen in Barcelona 1909 und
1917.
1909: Der Marokkokrieg nimmt verheerende Ausmaße
an, was zu einer Protestwelle im ganzen Land und den Ereignissen
der "tragischen Woche" in Barcelona führten.
1914-1918: Spanien bleibt im 1. Weltkrieg
neutral.
1921: Die in Marokko kämpfenden Truppen erleiden
die Niederlage von Annual.
1923: General Primo de Rivera gewinnt die Macht
durch einen Staatsstreich (13. September 1923) und errichtet
anfangs mit Hilfe der Armee eine Militärdiktatur.
Primo de Riveras Diktatur löste einige der
zahlreichen Probleme, die das Land plagten: Er beendete den Krieg
in Afrika, schuf lokale Regierungen bekannt und präsentierte ein
ehrgeiziges Arbeitsprogramm. Der Versuch, durch die Eingliederung
einer Nationalversammlung, die lediglich beratende Charakter
hatte (1926), zu einer verfassungsmäßigen Regierung
zurückzukehren, schlug jedoch fehl, da die Entwürfe zur
Einrichtung der spanischen Monarchie abgelehnt wurden (1929).
Spanien und der Erste
Weltkrieg
1914-1918: Die neutrale Position Spaniens
während des Ersten Weltkriegs war von geringer Bedeutung.
Steigende Preise und der verschwindende Markt in Europa führten
zu zunehmender Instabilität, und 1917 beschloß die in Barcelona
abgehaltene generalparlamentarische Versammlung die Einführung
von Reformen und rief im August zum Generalstreik auf.
Die 2. Republik
1931: Nach den Kommunalwahlen wurde die Republik
ausgerufen. Das revolutionäre Komitee wurde zur provisorischen
Regierung. Niceto Alcala Zamora wurde zum Präsidenten ernannt.
Die wählenden Cortes entwerfen eine neue Verfassung.
1933: Die Parteien der rechten Mitte erlangen die
Mehrheit in den Cortes.
1934: In Katalonien und Asturien finden
Revolutionen gegen die Beteiligung der CEDA (spanische Verbindung
der autonomen Rechten) an der Regierung statt.
1936: Die Volksfront, eine linke Koalition,
gewinnt die Wahlen. Die neuen Cortes setzen Alcala Zamora ab und
ernennen Manuel Azana zum neuen Präsidenten der Republik.
Azanas erste Regierung verkündet eine
Generalamnestie, die Wiederaufnahme der Agrarreformen und
Satzungen für Katalonien, die baskischen Provinzen und eventuell
Galicien. Azana wurde im Mai zum Präsidenten der Republik
erklärt und Cesares Quiroga wurde mit der Regierungsbildung
beauftragt. Die Konflikte blieben bestehen, und nachdem Castillo,
Leutnant des Überfallkommandos, von Faschistischen ermordet
wurde, rächten sich seine Waffenbrüder mit der Ermordung des
Führers der Opposition, Calvo Sotelo, am 12. Juni. Fünf Tage
später, am 17. Juni, erhob sich die Militärgarnison in Malilla.
Der Bürgerkrieg hatte begonnen.
Der spanische Bürgerkrieg
Einführung:
1936-1939: Ein in Marokko organisierter
Militäraufstand, angeführt von General Francisco Franco,
verbreitet sich schnell im ganzen Land und löst so den
spanischen Bürgerkrieg aus. Nach zahlreichen blutigen
Schlachten, in denen das Glück sowohl der einen, als auch der
anderen Seite hold war, gewannen schließlich die
"Nationalen" und zogen am 28. Mai 1939 siegreich in
Madrid ein.
Bedeutende Ereignisse:
1936: Der tragische Tod Calvo Sotelos
beschleunigte den Militärputsch, welcher schon lange Zeit
vorbereitet worden war. Derzeit hatten die Verbündeten nur noch
General Francos Entscheidung bezüglich des Zeitpunktes
abgewartet. Am 18. Juli griff der Putsch auf andere Garnisonen in
Zentralspanien über und Franco übernahm am folgenden Tag das
Kommando der Armee in Marokko. Der Aufstand war in Sevilla (unter
General Quiepo de Llano), den Balearen (General Goded), den
Kanarischen Inseln und Morokko (Franco), Navarra (Mola), Burgos
und Zaragoza erfolgreich. General Yague drang nach Extremadura
vor und Mola nahm Irun ein. Ende 1936 kontrollierten die
Nationalisten den größten Teil Andalusiens, Extremadura,
Toledo, Avila, Segovia, Valladolid, Burgos, Leon, Galicien, Teile
von Asturien, Victoria, San Sabastian, Navarra und Aragon, ebenso
die Kanaren und Balearen mit Ausnahme von Menorca. Kastilien la
Nueva, Katalonien, Valencia, Murcia, Almeria, Gijon und Bilbao
blieben in Händen der Republikaner.
Die republikanischer Regierung bildete eine
Koaltion, die von Giralt angeführt wurde und der eine weitere
unter Largo Caballero folgte. Dies brachte die CNT
(Confederación Nacional de Trabajo, die Nationale
Arbeitsverbindung) ins Kabinett und und sie ging nach Valencia.
Am 29. September ernannte die "Junta zur nationalen
Verteidigung" Franco zum Staatsoberhaupt und Kommandanten
der Streitkräfte. Um diesen Umständen entgegenzuwirken,
gründete die republikanische Regierung eine Volksarmee und
bewaffnete die Miliz. Beide Seiten erhielten bald Hilfe von
außerhalb: die Internationale Brigaden unterstützten das
republikanische Spanien, die italienischen und deutschen Truppen
das nationale Spanien.
Jarama, Brunete, Quinto, Belchite, Fuentes de
Ebro, Teruel, die Zufluchtsstätten und der Ebro waren die
Schlachtfelder des spanischen Bürgerkriegs.
1937: Das Jahr 1937 zeichnete sich durch Kämpfe
im Norden des Landes aus: Guernica wurde im April bombardiert und
Bilbao im Juni, Santander im August und Gijon im Oktober
eingenommen. Im Gegenzug eröffnete die Republikaner Fronten in
Guadalajara (März), Brunete (Juli) und Belchite (August). Die
Schlacht von Teruel begann Ende des Jahres.
1938: Die Nationalisten verlegten ihre
Bemühungen nach Aragon, eroberten Teruel zurück und spalteten
die republikanische Zone nach der Einnahme Castellons im Juli
1938 in zwei Teile. Die Regierung antwortete mit der sogenannten
"Ebro-Schlacht" (Juli-November 1938), die mit einer
reublikanischen Niederlage und 70.000 Tote endete.
1939: Nachdem der Widertand der Regierung einmal
gebrochen war, begannen viele Spanier an die Grenzen Frankreichs
ins Exil zu flüchten. Katalonien fiel am 10. Februar 1939.
Madrid war die einzige sich noch widersetzende Stadt, und die von
der "Junta der Verteidigung" (angeführt von Casado und
Besteiro) gemachten Friedensvorschäge waren nutzlos. Die
Nationalisten bezwangen die besetzte Hauptstadt am 28. März
1939, und am 1. April beendete General Franco den Krieg ofiziell.
Francos Diktatur
1939-1945: Spanien bleibt im des 2. Weltkrieg
neutral.
1947: Franco gibt die Rückkehr zur Monarchie im
Falle seines Todes oder Rücktrittes bekannt (Gesetz der
Erbfolge)
1953: Spanien und die USA unterzeichnen eine
Übereinkunft, die die Einrichtung gemeinsam genutzter
Stützpunkte festsetzt.
1955: Eine Übereinkunft zwischen den USA und der
UdSSR ermöglicht Spanien mit 15 weiteren Nationen den Eintritt
in die Vereinten Nationen.
1956: Sidi Mohammed ben Yusef, der marokkanische
Sultan, erreicht in einer Einigung mit Franco das Ende des
spanischen Protektorats über Marokko.
1958: Die spanische Regierung übergibt Tarfaya,
im Süden Marokkos, an Marokko. Die marokkanische Regierung
beansprucht ebenfalls Ifni.
1962: Seine Königliche Hoheit Prinz Juan Carlos
heiratet die königliche Prinzessin Sofia von Griechenland.
1963: Die Übereinkunft über die Militärbasen
zwischen Spanien und den USA wird um 5 Jahre verlängert.
1968: Spanien gewährt dem Äquatorial Guinea
seine Unabhängigkeit (12. Oktober).
1969: Das Gebiet von Ifni wird Marokko
übergeben. Die Grenze zu Gibraltar wird geschlossen. Juan Carlos
von Bourbon und Bourbon wird öffentlich als Kronprinz
eingesetzt, ein Tag nachdem Franco ihm als Erbfolger den Titel
des Königs verliehen hat.
1970: Die Freundschaft und die Übereinkünfte
mit den USA werden um 5 Jahre verlängert.
1973: Die Regierungschef Luis Carrero Blanco wird
von der ETA, der baskische Separatistenorganisation, am 20.
Dezember ermordet.
1975: In einem gemeinsamen Hirtenbrief, dem
ersten seit 1937, stellen die Bischöfe klar, daß die Garantie
auf "die Rechte auf Versammlung, Vereinigung und freie
Meinungsäußerung" obligatorisch sind.
Die USA und Spanien geben einen bedeutenden
Vertrag über Militärbasen bekannt, die eine amerikanische
Militärhilfe für Spanien begründet (4. Oktober).
Ein Erlaß erklärt die Sprachen Katalanisch,
Baskisch und Galicisch zu Nationalsprachen.
Die Cortes billigen das Ende der spanischen
Anwesenheit in der spanischen Sahara und eine Übergabe der
Verwaltungen an die Kolonialregierung (18. November).
General Franco stirbt am 20. November.
König Juan Carlos leistet in einer gemeinsamen
Sitzung mit dem Cortes und einem Ausschuß des Königreichs den
Königlichen Eid
Ein Kapitel der spanischen Geschichte war für
immer abgeschlossen, und das Tor zu Frieden und Hoffnung für das
spanische Volk geöffnet.
Der demokratische Übergang
Der neue König war in seinen Anstrengungen,
Spanien einen raschen demokratischen Fortschritt zu sichern,
ebenso bestimmt wie klug und indem er die Institution umformte,
verkörperte er "die Monarchie für alle Spanier." Es
war jedoch keine einfache Aufgabe. Er mußte die gesetzlichen
Bedingungen, ein Erbe der Zeit Francos, respektieren, ebenso wie
viele seiner Parteien.
1976: Arias Navarro, der Regierungsoberhaupt
blieb, bewies bald, daß er nicht fähig war, einen reibungslosen
Übergang zu garantieren, während eine Reihe ernster Vorfälle
wie, z.B. Vitoria, Montejurra und Demonstrationen, bei denen
Amnestie gefordert wird, überall im Land stattfanden.
Letztendlich gibt Arias Navarro seinen Posten ab und wird durch
Adolfo Suarez (Juli) ersetzt.
Die neue Regierung schlägt aus zwei Kammern
bestehende Cortes vor und bittet, den Arbeitern zu gestatten,
ihre eigenen Vereinigungen, abgesehen von "vertikalen
Syndikaten", zu organisieren.
Die Cortes verabschieden das Politische
Reformgesetz, welches ebenso durch ein Referendum genehmigt wird.
1977: Die Regierung widerruft die
Gesetzesvorschläge von Vereinigungen, die ihnen die Macht gaben,
eine Legalisierung jeglicher Parteien zu verweigern. Spanien und
die UdSSR kündigen die Gründung volldiplomatischer Beziehungen
an. Zehn Parteien, einschließlich der Sozialistischen Partei
Spaniens (PSOE), der Sozialistischen Volkspartei und der
Christlich Demokratischen Partei, sind gesetzlich anerkannt. Eine
königliche Verordnung löst die nationalistische Bewegung fast
auf. Die Regierung erkennt die kommunistische Partei an. Die
Vereinigung des demokratischen Zentrums (UCO) erhält den
Hauptanteil der Stimmen bei der Wahl im Juni. Die Verordnungen,
die bis zu einem gewissen Grad die Selbstregierung Kataloniens
beinhalten, werden vom König unterzeichnet. Die Regierung stimmt
der vorläufigen Autonomie des Baskenlands zu.
1978: Spanien stimmt mit 88%iger Mehrheit der
neuen Verfassung zu, in der Spanien als parlamentarische
Monarchie definiert wird.
1980: Das Baskenland und Katalonien werden
anerkannte autonome Regionen.
1981: Suarez tritt als Staatsoberhaupt zurück
und wird durch Leopoldo Calvo Sotelo ersetzt. Der Rückgang der
UCD und der Wechsel der Staatsoberhäupter findet zugleich mit
dem Untergang des autoritären Regimes statt. Eine Gruppe ziviler
Wachposten stürmte den Kongreß und hielt die Abgeordneten als
Geiseln fest, während der General einer der militärischen
Regionen des Landes den Aufstand dadurch unterstützte, indem er
seine Gruppen anwies, Valencia zu besetzen. Der entscheidende
Eingriff des Königs beendete den versuchten Aufstand und die
Spanier verteidigten ihre Demokratie. Dieses Ereignis schwächte
die Regierung und die regierende Partei noch mehr.
1982: Am 28. Oktober fanden neue Hauptwahlen
statt. Die PSOE erhielt die absolute Mehrheit. Felipe Gonzalez
wird Staatsoberhaupt. Dieses Ereignis kann als Höhepunkt des
Übergangs angesehen werden und es stellte die endgültige
Konsolidierung des demokratischen Fortschritts dar.
Die parlamentarische Monarchie
Die spanische Verfassung wurde einstimmig vom
Parlament und mit einer 87%igen Zustimmung des Volkes in einem
Referendum am 6. Dezember 1978 verabschiedet. In Artikel 1 wird
eine parlamentarische Monarchie klassischen europäischen Stils
festgesetzt wobei er gewisse Besonderheiten bezüglich der
spanischen Situation beinhaltet.
Artikel 1.3 besagt: Die politische Form des
spanischen Staates ist die einer parlamentarischen
Monarchie.
Die Verfassung schreibt eine Trennung von
Exekutive, Legislative, und Judikative vor und verleiht dem
König in seiner Funktion als Staatsoberhaupt und
Oberbefehlshaber der Streitkräfte institutionelle
Unterstützung.
Die oberste Staatsgewalt ist ein aus zwei Kammern
bestehendes Parlament, Cortes genannt, dessen Mitglieder von
allen Bürgern, die mindestens das 18. Lebensjahr vollendet
haben, gewählt werden. Die maximale Amtszeit beträgt vier
Jahre. Die Wahl der Volksvertreter erfolgt aufgrund geschlossener
Listen, die entweder von den politischen Parteien oder den
Wahlkoalitionen entworfen werden, wobei die Anzahl der
Abgeordneten jeder Partei im Verhältnis zu den erhaltenen
Stimmen steht. Der jeweilige Anteil an Sitzen im Parlament
richtet sich nach dem Stimmenverhältnis gemäß der sogenannten
Hondtschen Regel, wonach die Stimmen der Parteilisten in
kleineren Wählerschaften gewichtiger sind. Diese Regel wurde mit
der Einstimmigkeit aller Parteien eingeführt, um eine strenge
Verhältniswahl zu vermeiden, da sonst zu viele Parteien im
Parlament vertreten wären und dies zur einer schwachen Regierung
führen würde.
Die Sorge um die Stabilität der gewählten
Regierungen spiegelt sich auch bei der Aufstellung der Minister
wieder. Sie werden vom Präsidenten der Regierung
(Premierminister) ernannt und sind ihm direkt verantwortlich. Der
Präsidentschaftskandidat der Regierung wird von der Mehrheit der
Abgeordneten in den Cortes gewählt wird und er stellt ihnen
seinen Regierungsentwurf vor, nachdem ihn der König mit der
Formierung der Regierung beauftragt hat. Um gewählt zu werden,
muß der Premierminister die absolute Mehrheit der Stimmen in der
ersten Runde oder eine einfache Mehrheit in der zweiten Runde
erhalten. Um die Stabilität der neugewählten Regierung zu
stärken, muß etwaiger Mißtrauensantrag den Namen der
aufgestellten Kandidaten beinhalten, der den Präsidenten
ersetzen würde, und falls dem Mißtrauensantrag stattgegeben
wird, muß das vollständige Verfahren der Regierungsbildung
erneut durch geführt werden. Dieses Verfahren, welches die
"Verfassungsväter" (Gabriel Cisneros, Manuel Fraga,
Miguel Herrero y Rodríguez de Miñón, Gregorio Peces-Barba,
José Pérez Llorca, Miguel Roca y Jordi Sole Tura) eingeführt
haben, ist ein wirksamer Schutz gegen plötzliche Schwankungen
zwischen den Koalitionen. Die Regierung kann nur gestürzt
werden, wenn die Mehrheit diesem Wechsel zustimmt.
Die Stabilität der spanischen Demokratie
profitiert ebenfalls von dem uneingeschränkten Rückhalt seitens
der Monarchie. König Juan Carlos bewies bei ihrem Wiederaufbau
Intelligenz und Fingerspitzengefühl. Dadurch verschafft er der
Monarchie den bisher besten Ruf in der modernen spanischen
Geschichte, beim spanischen Volk wie auch in anderen Ländern.
Die Offenheit der Königlichen Familie, ihre einfache Lebensart,
der abgeschaffte Hofstaat sowie die Unterstützung des Königs,
der Königin, des Kronprinzen und der zwei Prinzessinnen an
humanitäre Einrichtungen haben dazu beigetragen, die Krone aus
politischen und ideologischen Konfrontationen herauszuhalten und
sie zum Garanten demokratischer Werte zu machen.
Falls Sie weitere
Informationen über die spanische Politik oder die spanische
Königsfamilie wünschen, besuchen Sie doch direkt die
Internetseiten "Sí, Spanien" (2.0) in englischer und spanischer Sprache (teilweise
auch deutsch).
Quelle: "Sí,
Spanien" (2.0) im
Internet,
Weiterführende Informationen:
Dirección General de Relaciones Culturales
Ministerio de Asuntos Exteriores
28071 MADRID
SPAIN
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