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Die Degustation
Schauen - Schwenken -
Riechen - Trinken - Kauen - Schlucken
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Die erste optische Prüfung Das
Glas an Sockel oder Stiel anfassen. So bleibt es sauber
und die Sicht auf den Inhalt ungetrübt. Auf keinen Fall
farbige Gläser verwenden. Den Inhalt vor einem weißen
Hintergrund betrachten. Am besten eignet sich ein Blatt
Papier oder eine weiße Tischdecke ohne Muster. Das Glas
vom Körper wegneigen, damit sich Farbe, Klarheit und
Tiefe auch durch den Rand betrachten lassen. Das Licht im
Raum sollte hell, aber nicht grell sein. Strahlende
Farben deuten auf Qualität. Nichts darf einen Weißwein
trüben. In Rotweinen schwimmt manchmal etwas Bodensatz,
was kein Qualitätsmangel ist. Anhaltende Trübungen sind
grundsätzlich ein schlechtes Zeichen.
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Den Wein schwenken und atmen lassen Den
Wein im Glas es darf nicht zu voll sein kreisen
lassen. Kurze Bewegungen lassen den Inhalt hochschwappen.
Wer nichts verschütten möchte, kann das Glas dabei auf
den Tisch stellen. So nimmt der Wein eine intensive
Sauerstoffdusche. Sie setzt die flüchtigen Stoffe frei.
Vor allem schwach aromatische Weine lassen sich so erst
entdecken. Die Schlieren an der Wand verraten viel über
den Inhalt. Sind sie breit und schwer Weinkenner
sprechen von "Tränen" oder
"Kirchenfenstern" erweist sich der Wein als
alkohol- und extraktreich. Vorsicht: zuviel Spülmittel
beim Reinigen des Glases behindert die Bildung dieser
Schlieren. Bei der Degustation mehrer verschiedener
Weine das Glas vorher mit ganz wenig des ausgewählten
Weines ausspülen.
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Die Prüfung des Geruchsbildes des Weines Im
Wechsel von Schwenken und Riechen entsteht das
Geruchsbild des Weines. Der erste Eindruck ist wichtig,
denn die Nase gewöhnt sich rasch. Gute Weine können
sehr reichhaltige Geruchsnuancen aufweisen. Die Noten
reichen von schwarzer Johannisbeere und Vanille über
Gras bis hin zu Holznoten.
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Der erste Schluck Er kann leicht
zu einem Festival der Sinneseindrücke geraten. Zu den
Düften gesellen sich jetzt Säuren, Tannin, Zucker oder
Minerale. Wer etwa schwarze Johannisbeere gerochen hat,
kann unmittelbar überprüfen, ob der Wein auch danach
schmeckt. Der Wein gewinnt deutlich an Gestalt. Zu Beginn
erleichtern kräftige Unterschiede das Schulen der Sinne.
Der Vergleich von kräftigen Weines aus Ribera del Duero
und runden Weinen aus Rioja sorgen für nachhaltige
Eindrücke.
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Den Wein "kauen" Das
hörbare Verteilen des Weines im Mund heißt
"kauen". Wer das Gesamtbild erfahren möchte,
sollte eine geringe Menge schlucken. An der Spitze
empfindet die Zunge Süße, beim ersten Drittel und an
dessen Rand können Salz herausgeschmeckt werden,
dahinter und an der Wurzel lassen sich bittere Noten
entlarven. Zucker, Alkohol und Glyzerin bilden die
Süße. Fehlt Säure, schmeckt der Wein fad. Das
Verhältnis von Süße und Säure ist entscheidend.
Bittere Noten gehen auf Gerbstoffe (Tannine) zurück.
Stiel, Schale und Kerne sind deren Ursachen.
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Schlucken oder spucken ? Wer
gleich mehrere Weine degustiert, sollte die Proben
ausspucken, sonst steigt der Alkoholspiegel rasch an, und
das Vergnügen, die Sinne zu befragen, leidet. Eine
geringe Menge Wein sollte aber auf jeden Fall durch den
Gaumen gleiten. Der "Abgang" so heißt der
Nachgeschmack sagt viel über Weinqualität. Lang und
nachhaltig, deutet er auf ein Spitzengewächs, erweist er
sich hingegen als "kurz" oder
"dumpf", erhält der Wein Minuspunkte.
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